Clickertraining – Lernen am Erfolg

 
Das schöne am Clickertraining ist, das man seinen Hund in einer völlig neuen Perspektive sieht und damit ein besseres Verständnis für sein Verhalten entwickelt.
Warum? Auf den ersten Blick sieht Clickern sehr einfach aus. Der Hund macht etwas richtig = Click = Leckerchen. Fertig!
Aber: Verhalten ist durch seine Konsequenzen bestimmt, d.h.: Verstärkende Konsequenzen steigern Häufigkeit, Dauer und Intensität des Verhaltens. Der Hund zeigt ein Verhalten, der Mensch „markiert“ dieses Verhalten (mit einem Click) und der Hund bekommt seine Belohnung. Jetzt steht aber kein Verhalten für sich als Eigenständiges Verhalten.
Nehmen wir das Beispiel Pfötchen geben.
  1. Verhalten Hund: Hat der Hund dabei gesessen, gestanden, war er in Bewegung, hat sein Schwanz gewackelt, war er gestresst.... ?
  2. Umgebung: Hat es geregnet, die Sonne schien, ein Flugzeug flog über den Hund, eine Biene summt...?
  3. Verhalten Mensch: Hat der Mensch gestanden, gehockt, gelacht, die Hand gehoben, den Fuß bewegt, den Kopf geneigt...?
Es liegt also am Menschen, seinen Hund genau zu beobachten um eben nur das gewünschte Verhalten zu verstärken und nicht eine ganze Handlungskette und natürlich auch, sich selbst zu kontrollieren was die eigene (meist unbewußte) Körpersprache angeht.

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Formen des Trainings
 
1a) Das Bestechen/ Locken: Der Mensch zeigt dem Hund mit einem Leckerchen was er von ihm will. Beispiel: Man nimmt das Leckerchen und zieht es langsam über der Hundenase nach oben. Der Hund macht „Sitz“, Click, Signalwort, Leckerchen. Dies funktioniert zu Anfang wunderbar. Da wir Menschen nunmal Menschen sind, haben wir Schwierigkeiten dieses Verhalten per Verzufallung zu festigen und somit wird das Leckerchen ein Teil der Übung. Heißt: Ohne Lecker in der Hand kein Sitz.
 
1b). Jetzt kommt Teil 2 zum Zug. Ich zeige dem Hund das Leckerchen, stecke es aber wieder weg. Nun sage ich Sitz. Führt der Hund das Kommando aus, bekommt er seine Belohnung (nach dem Click). Macht er es nicht, gibt es einfach keine Belohnung, aber eine neue Chance. Also einen Hund, der nicht sagt „los gib mir das Essen“ sondern einen der sagt „Was darf ich für dich tun“.
 
2) Shaping = Formen von Verhaltensweisen
Wenn man sich einen Film betrachtet, sieht man das Endprodukt. Dieser Film besteht jedoch aus unzählig vielen Einzelbildern.
Unsere Aufgabe ist es nun, das Endprodukt (Trick) in Einzelbilder aufzuteilen und mit dem ersten Bild dieser Reihe beginnend, Bild für Bild zu erarbeiten. Aber auch die Kreativität des Hundes kann mittels Shaping eingefangen werden. Ein gutes Timing und eine gute Beobachtungsgabe sind hierbei besonders erforderlich.
 Ebbykarton
 
3) Targettraining
Ein Target bedeutet Ziel. Der Hund lernt einen bestimmten Target zu berühren (mit der Nase, der Pfote usw.). Dies kann ein Targetstick, ein Point, aber auch die Hand usw. sein. Mit Hilfe des Targets kann der Hund später an einen bestimmten Ort geschickt, in eine bestimmte Position gebracht etc. werden.

 

Was ist eine Belohnung?
 
Eine Belohnung ist alles was der Hund in diesem Moment als Belohnung ansieht. Dies ist im Training zumeist ein Leckerchen (es findet sich für jeden Hund das richtige Leckerchen, manchmal muß man nur etwas länger suchen). Es kann aber z.B. auch der Lauf zu seinem besten Kumpel sein, wenn ich den Hund vorher bei mir gehalten und er gehört hat. Oder das Mäuseloch, von dem ich ihn vorher abgerufen habe. Oder mal das Spielzeug, oder das Kuscheln mit seinem Menschen. Oder,oder,oder. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, bis auf : Eine Belohnung ist alles was der Hund in diesem Moment als Belohnung ansieht.