Nach Monaten intensiven Trainings beherrscht der vierbeiniger „Tänzer“ eine Menge Tricks. Jetzt kann man wählen, in welche Richtung die Darbietung ausgerichtet sein soll.

Wer Spaß an der tänzerischen Interpretation von Musik hat, kann Tricks zu Tanzfiguren formen. Dabei sollte die Qualität (= Korrektheit) der Tanzfiguren vor der Quantität stehen. Flüssige Fußarbeit im Takt der Musik, wenige oder geschickt eingesetzte Körperhilfen, passend zu den markanten Text- und Musikstellen eingebaute Tanzfiguren stehen bei dieser Form der Choreographie im Vordergrund.

Ein holländischer Tanz

Wer sich dagegen Ausschnitte aus Musicals oder Themen aus Film und Fernsehen zum Vorbild nehmen will, kann eine kleine abgeschlossene Geschichte erzählen. Originalität und Wiedererkennungswert prägen diese Form der Choreographie. Hierbei können auch Tricks vorgeführt werden, die in eine rein tänzerisch gestaltete Choreographie nicht passen. Ein entsprechendes Outfit kann zur Interpretation der Geschichte beitragen.

Musik bitte!

Ob tänzerische Interpretation oder Geschichte – der nächste Schritt ist die Auswahl der Musik. Ein paar Musikstücke, die nicht in Frage kommen, können gleich aussortiert werden:

  • Stücke, die man sich nicht häufiger als 40 mal anhören kann, weil sie einem nicht wirklich gefallen
  • Stücke, die sehr gleichförmig klingen (ohne Höhepunkte)
  • Extrem langsame Stücke
  • Extrem schnelle Stücke
  • Sehr traurige Stücke

 

Bei den nun verbliebenen Liedern ist „die“ Musik dabei. Jetzt gilt es zu Überprüfen, welcher Titel zu Mensch und Hund passt, indem man mit dem Hund im Takt der Musik geht. Fällt es leicht, den Takt zu halten beim Gehen? Harmoniert die Schrittfrequenz des Hundes mit dem Lied? Prima! „Das Lied“ ist gefunden! Wenn „das Lied“ gefunden ist, geht die Arbeit erst richtig los. Jetzt wird die eigentliche Choreographie erstellt. Die genaue Struktur der Musik wird einem klarer, wenn man erst mal das Taktbild auf Papier bringt. Dazu wird die Musik gestartet und nach jedem achten (je nach Lied auch vierten oder 16.) Taktschlag ein senkrechter Strich auf einen Zettel gezeichnet. Im nächsten Schritt werden markante Musikstellen (schnelle, langsame, laute, leise Stellen, Paukenschläge etc.) auf dem Taktbild markiert.

Taktbild - Grundtakt

Nun kann man sich überlegen, welche Übung/Tanzfigur zu den einzelnen markanten Stellen passt und wie die Zeiten zwischen den Höhepunkten gefüllt bzw. wie man seinen Hund in die jeweilige Startposition für die einzelnen Übungen bekommt.

Die Raumausnutzung darf dabei nicht vergessen werden! Dies bedeutet, dass man die zur Verfügung gestellte Fläche für eine Vorführung auch nutzt und nicht immer auf den gleichen 10 qm auf- und abläuft. Auch muss berücksichtigt werden, an wie viel Seiten Publikum sitzt, da jeder der Zusehenden die Darbietung genießen möchte. Handelt es sich dagegen um eine Turniervorführung, arbeitet man selbstverständlich viel in Richtung „Richterbank“, da diese den Tanz ja bewerten sollen.

Wenn das Lied zu lang ist, um es mit immer neuen Tanzfiguren zu füllen (Qualität vor Quantität!), kürzt man das Lied entsprechend (z.B. einmal Strophe inklusive Refrain rausschneiden).

Die einzelnen Elemente werden mit dem Hund zur Musik probiert und diese Überlegungen in das Taktbild eingefügt. Immer, wenn man genau weiß, wo im Lied ein bestimmter Trick einbaut werden soll und wie lange man dafür in der Choreographie inklusive Vor- und Nachbereitungszeit benötigt, wird dies mit einem speziellen Kürzel in dem Taktbild verzeichnet.

Taktbild mit eingetragenen Tanzfiguren