Wettkampfmäßiges Obedience

wird in verschiedenen Klassen eingeteilt. Diese sind in den verschiedenen Ländern etwas unterschiedlich, teilen sich aber in der Regel nach Beginner-Klasse; Klasse 1; Klasse 2 und Klasse 3 auf. Dargestellt wird hier die Klasse 2 nach derzeit gültigem deutschem Reglement (Stand 2002)

Übung 1 2 Minuten sitzen mit Sichtkontakt
Übung 2 3 Minuten liegen ohne Sichtkontakt
Übung 3 Freifolge
Übung 4 Sitz, Platz aus der Bewegung
Übung 5 Kommen mit Platz
Übung 6 Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
Übung 7 Apport über eine Hürde (Holzapport)
Übung 8 Metallapport
Übung 9 Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
Übung 10 Kontrolle auf Distanz
Übung 11 Umgang Mensch-Hund

Übung 1: Zwei Minuten sitzen mit Sichtkontakt (Gruppenübung)

Die Hundeführer nehmen mit ihren Hunden in einer Reihe mit ca. drei Meter Abstand zueinander in der Grundstellung Aufstellung. Nachdem die Hunde abgeleint worden sind, begeben sich die Hundeführer zwanzig Schritte weg vom Hund (Sichtkontakt). Nach zwei Minuten, auf Anweisung, kehren die Hundeführer neben ihre Hunde zurück in Grundstellung.

 

Absitzen in der Gruppe

 

Es dürfen nach dem letzten Hörzeichen (Bleib) keine Hörzeichen mehr gegeben werden. Wenn ein Hund wegläuft, wird er schweigend angeleint und mitgenommen. Steht ein Hund auf, legt sich hin oder entfernt sich vom Platz, erhält er für diese Übung keine Punkte.

Übung 2: Drei Minuten liegen ohne Sichtkontakt (Gruppenübung)

Die Teams stehen in einer geraden Linie (Abstand ca. drei Meter), die Hunde in Grundstellung. Nach geben des Kommandos "Platz" muss der Hund dieses ohne zögern umsetzen und sich gerade neben seinen Hundeführer legen. Auf Anweisung entfernen sich die Hundeführer außer Sicht- und Hörkontakt. Nach drei Minuten begeben sich die Hundeführer, auf Anweisung, bis auf zwanzig Schritte Abstand zu ihren Hunden zurück. Auf Anweisung weiter bis zum Hund, dann Grundstellung.

 

Abliegen in der Gruppe

 

Es gelten die gleichen Anmerkungen wie beim Absitzen mit Sichtkontakt, jedoch geht hier der Richter nach ca. einer Minute direkt vor und/oder hinter und zwischen den Hunden durch. Die Hunde sollen dabei ruhig und ohne sich vom Platz zu entfernen, liegen bleiben.

Übung 3: Freifolge (Einzelübung)

Der Hund muss flott, aufmerksam und unmittelbar links neben dem Hundeführer folgen (Schulter auf Kniehöhe). Es wird in einem normalen Schritt gelaufen und weiter, auf Anweisung mindestens 25 Meter im Laufschritt und im langsamen Schritt. Der Richter kann dabei folgende Anweisungen geben: 1. Vorwärts 2. Rechts 3. Links 4. Rechtsumkehrt 5. Linksumkehrt 6. Halt 7. Laufschritt 8. Langsamer Schritt 9. Slalom

 

Obedience3

 

Bei 2. und 3. müssen die Richtungsänderungen 90 Grad betragen. Das "Halt" muß plötzlich geschehen, der Hund muss sich hierbei unmittelbar und aus eigener Bewegung setzen. Für den Slalom werden sechs Pylonen aufgestellt (Abstand 2,5 Meter).

Übung 4: "Sitz" und "Platz" aus der Bewegung

Bei dieser Übung ist ein markiertes Quadrat 10 x 10 Meter zu umgehen. Auf Anweisung geht der Hundeführer mit seinem Hund in die angegebene Richtung. Nach einem Richtungswechsel wird der Hund auf Anweisung mit einem Hörzeichen in die Position "Sitz" gebracht, während der Hundeführer, ohne seine Gangart zu unterbrechen oder sich umzudrehen, um das Quadrat läuft, bis er wieder beim Hund ist. Ohne Anzuhalten wird der Hund mittels eines Hörzeichens bei Fuß mitgenommen. Gleiches gilt für die Position "Platz".

 

Asco - Platz aus der Bewegung

 

Der Hund muss innerhalb von drei Körperlängen die Position ("Sitz, Platz") eingenommen haben und darf die Position nicht wechseln, sonst erhält er Punktabzug.

Übung 5: Kommen mit Platz

Der Hund wird abgelegt und der Hundeführer entfernt sich mindestens 25 Meter (ohne sich umzuschauen). Auf Anweisung dreht sich der Hundeführer zum Hund und ruft den Hund (welcher ohne zu zögern kommen sollte). Auf ungefähr der Hälfte der Distanz gibt der Hundeführer auf Anweisung dem Hund erneut das Hörzeichen "Platz"; dann wieder das Kommen.

 

Again beim Abrufen

 

Der Hund muss die Hörzeichen direkt befolgen und mindestens im Trab kommen, seiner Rasse berücksichtigend. Träge kommend gibt Punktabzug. Das Hörzeichen "Platz" muss umgehend (innerhalb von drei Körperlängen) ausgeführt werden.

Übung 6: Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen

Aus der Grundstellung schickt der Hundeführer seinen Hund auf Anweisung zum Viereck (Entfernung 20 Schritte). Dieses ist gekennzeichnet durch 4 Pylonen und hat eine Größe von 3 x 3 Meter. Wenn der Hund in dem Feld angekommen ist, darf der Hundeführer selbständig den Hund ins "Platz" rufen. Ein Hörzeichen hat der Hund sofort umzusetzen, mit der Front dem Hundeführer zugewandt.

 

Obedience4

 

Übung 7: Apport über die Hürde

Auf Anweisung wirft der Hundeführer sein eigenes Apportierholz über das Hindernis. Der Hund befindet sich in Grundstellung, bis der Hundeführer ihm auf Anweisung das Hörzeichen gibt, die Hürde zu überspringen. Der Hund muss dieses flott und aufgeweckt befolgen. Während des Apportierens darf der Hund nicht auf dem Gegenstand kauen oder ihn nachfassen. Der Hund muss mit dem Gegenstand zurück über die Hürde springen und zu dem Hundeführer zurückkehren und sich direkt vor diesen setzen. Der Hund muss den apportierten Gegenstand festhalten, bis der Hundeführer diesen, auf Anweisung, festhält und dem Hund das Hörzeichen zum Loslassen gibt. Danach Grundstellung.

 

 

 Asco beim Apport

Übung 8: Metallapport auf ebener Erde

Ausführung wie bei Übung 7, jedoch wird das Apport aus Metall in mindestens 10 Meter Entfernung auf den Boden gelegt und es gibt kein Hindernis.

Asco beim Apport

 

Übung 9: Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen

Bei Beginn der Übung wird ein Gegenstand aus Holz (welcher der Hundeführer seit Übung 3 bei sich trägt), ohne dass der Hundeführer es sehen kann, mit höchstens 5 gleichartigen neutralen Gegenständen in einer Reihe, ungefähr 10 Meter vom Hundeführer entfernt, ausgelegt. Auf Anweisung gibt der Hundeführer dem Hund das Kommando zum Apportieren (des Gegenstands des Hundeführers). Der Hund sollte den Gegenstand des Hundeführers finden und ihm denselben bringen.

 

Conner bei der Geruchsunterscheidung

 

Besonders zu beachten sind die Arbeitswilligkeit des Hundes und seine Schnelligkeit. Wenn der Hund vor Erteilen des Kommandos losläuft, an dem Gegenstand kaut oder ihn fallen lässt, erfolgt Punktabzug. Nimmt der Hund den falschen Gegenstand auf, ist die Übung ungültig.

Übung 10: Kontrolle auf Distanz

Der Hund befindet sich in liegender Stellung auf dem bezeichneten Platz. Der Hundeführer entfernt sich auf Anweisung ca. 15 Meter. Auf Anweisung muss der Hund die Stellung wechseln (Sitz-Steh-Platz). Der Hund sollte 3 mal die Stellung wechseln.

 

AscoSitz  AscoSteh

 

AscoDown

Es muss die Geschwindigkeit beachtet werden, in der der Hund die Stellung wechselt und in welchem Maße er sich bewegt. Der Hund sollte sich nicht weiter als eine Körperlänge von seiner Ausgangsposition entfernen.

Übung 11: Umgang Mensch-Hund

Diese Übung dient der Anregung, dass der Hund am Ende einer Übung ruhig belohnt wird. An dem Verhalten des Hundeführers und des Hundes wird beurteilt, ob zwischen beiden die gewünschte Verständigung vorhanden ist. Der Hund soll das gesamte Programm fröhlich erarbeiten.

 

Oberescue 059